Obwohl ich mir Camouflage schon viel zu oft zu Gemüte gefügt habe, kann ich doch nicht damit aufhören, es zu bestaunen und zu kaufen. Anders gesagt, ich kann es mir nicht über-sehen.
Auch in den letzten zwei Wintern habe ich es ab und an auf den Laufstegen und an der Prominenz gesehen. Dann kamen auch immer gleich ein paar Stimmen auf, die Camouflage als DEN neuen Trend proklamierten. So richtig hat es sich dann zwar doch nicht durchgesetzt, aber hier und da konnte man ein schönes Teil mitnehmen.
Für alle, die sich ebenso wenig vom Military-Muster losreißen können wie ich, gibt es eine gefühlte 10kg schwere Bibel rund um das Thema des heiligen Camouflage. Das Prachtstück nennt sich DPM – Disruptive Pattern Material und ist jeden Cent wert.
Dabei rede ich gerade nicht vom VW Polo, den ich immer noch und immer wieder ziemlich cool finde. Ich rede von Polo Shirts, Polo Hemden, nennt es wie ihr wollt.
Vor nicht all zu langer Zeit dachte ich noch, dass Polos nur die Freizeitbekleidung von Spießern sind. Aber nein, sie können auch richtig gut und stylish in Szene gesetzt werden. Damit habe ich im letzten Frühling angefangen und bin langsam aber stetig zum Fan avanciert. Wenn man es richtig anstellt, kann man ganz gut wie ein Junge vom Strand aussehen (wobei ich mir aus erster Hand berichten lassen habe, dass viele Frauen drauf stehen).
Eine andere Richtung wäre noch der Nerd-Style, mit dem man mich ehrlich gesagt immer glücklich machen kann. Man sollte also generell bei Polos nur aufpassen, dass man nicht zum irgendwann zum Rosafarbenen greift und sich die Haare anfängt hochzugelen. Das geht nämlich gar nicht.
Beim letzten Mal habe ich euch ja berichtet, dass ich mir mal wieder eine Übergangsjacke a.k.a. Outdoor-Jacke zugelegt habe.
Nun bin ich aber zufällig noch über wohlmöglich den „Rolls Royce“ unter den Outdoor-Jacken gestolpert. Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, hier also meine Erkenntnis der klassischen Outdoor-Jacke.: Es handelt sich um das Beauford Jacket von Barbour. Diese Jacke ist wohl das, was man einen Klassiker nennen kann. Die Firma Barbour wurde bereits im Jahre 1894 in England gegründet und war von Anfang an dafür bekannt Kleidung herzustellen, die dem englischen Wetter spielend standhalten kann. Sturm, Regen, Hagel – kein Ding! Wer Qualität sucht, wird sie bei Barbour finden.
Sogar die Fäden sind imprägniert und die Jacken werden noch von Hand in England genäht, in South Shields um genau zu sein, dem Gründungsort des Labels. Das Beauford Jacket ist gut an seinem typischen Cord-Kragen und an seinem Innenfutter mit Tartanmuster zu erkennen. Außerdem ist die Jacke gewachst, was ihr mit dem Alter eine schöne Patina verleiht. Eigentlich sollte für so eine Jacke immer Platz im Schrank sein. Mit einem Sweatshirt drunter ist sie der perfekte Wegbegleiter. Tja, eigentlich. Hätte man sich nicht gerade eine andere Jacke gekauft! Also überlasse ich euch das Kaufen dieses Prachtexemplars, das gerade mit dem Alter immer besser aussieht.
Da es ja nun wieder wärmer wird, bin ich seit einiger zeit auf der Suche nach einer anständigen Übergangsjacke. Der ursprüngliche Plan war eigentlich, mir eine Jacke von The North Face zu kaufen, aber ich denke so langsam ist „der Drops gelutscht“.
Darum habe ich mich nach Alternativen umgeschaut, die vielleicht etwas modischer sind. Ich bin dann ziemlich schnell bei FjällRäven gelandet, dort hat mir das „Greenland Jacket“ am besten gefallen. Der Stoff aus dem die Jacke gemacht ist, nennt sich G-1000®, ist gewachst und fühlt sich, im Gegensatz zu den üblichen Synthetik-Membranen eher an wie Baumwolle oder Leinen. Jacken von Penfield sind vom Style her ähnlich, aber wohl eher geeignet für die Straßen der Großstadt als für den Wald. Ich habe mich dann für das „Lockwood Jacket“ von Penfield entschieden, schließlich wohne ich ja nicht im Wald.
Ein Mysterium in sich stellt für mich der Cardigan dar. Man könnte ich in der Kategorie „Strickjacke Herren“ suchen, aber schon beim Schreiben dieser Worte verliert der Cardigan jeglichen Charme. Strickjacken sind für Frauen, besser gesagt Omis da und dort passen sie auch wunderbar hin. Aber für einen Mann in den 30ern? Da muss ein Cardigan her. Oder aber auch nicht.
Wenn man nicht gerade für den Preppy Style geht, sieht man mit dem Cardigan schnell wie ein schlimmer Spießer aus oder als hätte man absolut gar keinen Stil. Dabei rede ich allerdings von den klassischen Strickjacken. Ein Cardigan von bspw. American Apparel in Kombination mit einer alten Röhrenjeans oder Shorts versprüht auf mysteriöse Weise guten Sti einfach nur, weil er von American Apparel ist.
Ich dachte nicht, dass ich das tatsächlich noch einmal in meinem Alter (in meinem Leben generell) machen müsste, aber heute ist es doch dazu gekommen: ich habe einen Putzplan geschrieben. Normalerweise war ich meist einer der Verfechter der „wenn’s dich stört, mach es doch selber weg“-Einstellung und darüber hinaus habe ich auch schon seit längerem allein in meiner eigenen Wohnung gewohnt.
Seit einer Woche durfte ich nun aber wieder in den Genuss des illustren Zusammenlebens in einer WG kommen… mit 6 anderen Menschen, die meinen ehemaligen Slogan bedeutend ernster nehmen als ich mir vorgestellt habe.
So ist es also dazu gekommen, dass ich nach einer heutigen Runde in Putzkittel (ja, in so einem) und Gummihandschuhen endlich meine damaligen Mitbewohner verstehen konnte, die mit hochroten Köpfen einen riesigen, nicht übersehbaren Putzplan an die Küchentür genagelt haben.
Da sich nun meine Affinität zu Lederjacken als Trugschluss herausstellte, habe ich einen anderen Lichtblick in der Kategorie der Jacken und Mäntel für mich entdeckt: den Trenchcoat.
Für die vom Maritimen inspirierten Sailor-Jacken, die ich ebenso schön finde, ist es langsam etwas zu warm, also schweift mein Blick derzeit gen Humphrey Bogart und aufgestelltem Trenchcoat-Kragen. Den coolen Blick kann ich schon. Leichter im Material als die geliebten Wolljacken und doch wasserdicht. Der klar und schlicht geschnittene Trenchcoat wirkt durch die meist softe Verarbeitung lässig und entspannt. Er kommt nie aus der Mode, steht so ziemlich jedem und ist der unverwüstliche Wetterschutz mit britischem Charme, der in keinem Kleiderschrank fehlen darf.
Was will man mehr?
So langsam bin ich mir nicht mehr sicher, ob Leder Jacken das richtige für mich sind. Ich habe bereits mehrere in meiner Sammlung, aber wie mit meinem teurem Fahrrad geht es mir auch mit meinen guten Jacken: ich nutze sie nur höchst selten. Warum? Es könnte regnen (die Jacke), es könnte mir jemand klauen (das Fahrrad), es könnte jemand in einem Club mit seiner Kippe gegen mich laufen, überhaupt kommt man nicht als wohlriechender Mensch aus dem Club und dass man Lederjacken nicht wäscht, wissen wir ja alle. Im Sommer ist es zu warm für sie, im Winter zu kalt, im Herbst zu nass, im Frühling…. ja eigentlich wäre der Frühling perfekt. Eigentlich! Im Frühling kann es auch im Schatten kalt sein, aber heiß in der Sonne. Und dann die Jacke tragen? Nee.
In letzter Zeit sehe ich nun tatsächlich immer mehr Leute mit Mützen rumlaufen. Die meisten davon aus wie normale Snapback Caps aus, jedoch sind sie irgendwie flacher und ihr Schirm scheint etwas größer zu sein.
Nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass es sich um sogenannte 5 Panel Caps handelt. Dabei muss man dazu sagen, dass so ziemlich jedes Cap ein 5 Panel Cap ist, diese „neue“ Art aber wohl eher von amerikanischen Jagd (Hunting) Caps inspiriert ist. Da lasse ich mich allerdings gerne berichtigen, wenn es jemand besser weiß!
Die exklusivste Marke solcher Caps ist, wie schon in meinem anderen Post erwähnt, zurzeit Supreme aus New York, deren neueste Kollektionen meist schon Stunden nach Erscheinen ausverkauft sind. Aber auch Norse Projects, Huf oder The Quiet Life haben diese neuen Kopfbedeckungen am Start. Ich werde gleich mal los und mir so ein Teil besorgen.
Hier hab’ ich auch noch gleich was zu promoten! Lest euch meine nächtliche Anekdote durch und auf zum Schlaraffenland!
Gestern Nacht war ich mit ein paar Freunden auf dem RAW-Gelände unterwegs. Wir wollten eigentlich auf eine Soli Party, sie hatte irgendetwas mit dem Roskilde Festival zu tun. Da sie bei unserer Ankunft aber schon deutlich an Schwung verloren hatte, beschlossen wir gleich mal weiterzuziehen. Und weil es auf dem Gelände ja nur so von Clubs wimmelt, sind wir auch einfach in den erstbesten rein, um zu schauen, ob er mehr zu bieten hat als der letzte. So, nun befanden wir uns also im Club Zum schmutzigen Hobby, der vollgestopft war mit Teenagern die zu Klingeltonmusik abfeierten und auch textsicher mitgröhlten. Also gleich wieder raus und weiter. Wir beschlossen ein paar Meter weiter in eine andere Bar einzukehren, dort war es super. Cooles Ambiente, die Musik war auch gut und sie war nicht so überfüllt, genau richtig um den Abend zu verbringen. Als sich dann nach diesen Stunden so langsam die ersten Gedanken ans Bettchen in meinen Kopf schlichen und ich mich von meinen Freunden verabschieden wollte, beschlossen wir gemeinsam noch dem morgigen Kater etwas vorzubeugen und lieber was zu essen. Kaum dass wir zur Tür raus waren, stolperten wir auch schon über einen Hotdog Stand (nix zu finden im Netz, gleich beim Eingang Revaler/Simon-Dach). Ich war zunächst skeptisch, weil Hotdogs absolut nicht mein Ding sind, aber diese Teile waren ein Geschenk des Himmels! Sie waren alle mit Chili con Carne und meiner hatte noch Sauerkraut dazu drauf. Klingt scheiße, ist aber richtig geil! Also American Style. Auf jeden Fall, das beste was uns zu diesem Zeitpunkt wiederfahren konnte. Berlin ick find dir knorke!